Sind die Schmerzen Normal?! 

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Nachdem ich 5! Jahre mein Verhütungsmittel den Nuva Ring abgesetzt hatte, pendelte sich mein Zyklus regelmäßig ein und ich konnte meinen Alltag nach den Periodenschmerzen planen. Ich wusste, okay nächste Woche bekomme ich meine Periode, dann muss ich das noch bis dorthin erledigt haben, denn dann geht 2-3 Tage wieder nichts. Ich fand mich damit ab, 1x im Monat 2-3 Tage auszufallen. Ich bin nach Wien umgezogen und musste einen neuen Frauenarzt aufsuchen. Bei meiner ersten Behandlung kam heraus, dass ich einen Retroflexio Uteri (nach hinten gekippte Gebärmutter) habe. „Das würden wohl die Rückenschmerzen während ihrer Periode erklären. Früher wurde die Gebärmutter operativ nach vorne gekippt, jedoch macht man das heut zutage nicht mehr. Wenn sie schwanger werden und ihre erste Geburt hinter sich haben, dann wird sie sich schon wieder von alleine nach vorne kippen, schon Pläne dafür? Sie sind ja im perfekten Alter dafür!“ lächelte mein Gynäkologe während ich mit gespreizten Beinen vor ihm saß. Zu diesem Zeitpunkt war ich 24 Jahre alt. Also fand ich mich mit dieser Diagnose wieder ab und akzeptierte es, solange ich keine Kinder habe, mit diesen Schmerzen zu leben.

Gute zwei Jahre mied ich einen Frauenarzt Besuch und stopfte mich während meiner Periode mit Schmerzmitteln voll.

Juli 2021 ließ ich mich mit dem Impfstoff Johnson&Johnson impfen. Die Impfung hat mich ziemlich umgehauen, denn Johnson zählte damals noch als 2 in 1 verpackt, doppelte Dosis. Mit Fieber, Schüttelfrost und Gliederschmerzen lag ich 3 Tage flach. Mein Gedanke war nur, nächste Woche wieder Schmerzmittel, denn meine Periode stand an.

Doch dieses Mal kam sie nicht pünktlich, wie die letzten Male. Aber das Gerücht hatte man schon gehört, dass die Impfung den Zyklus verändert. 1 Woche später als vorhergesehen kamen sie dann. Ich war gerade gemütlich mit meinem Freund shoppen, als es mir in den Unterleib schoss und ich zusammen krampfte. Ich wusste, okay, ich muss sofort nach Hause, mich ins Bett legen, Schmerzmittel nehmen.

Doch meine Beine wurden von Schritt zu Schritt taub. Ich konnte mich kaum noch auf den Beinen halten, knickte immer wieder ein. Zu Hause angekommen war mir bereits schlecht vor Schmerz und mein Unterbauch schmerzte als ob 100 kleine Messer in mich reinrammten. Mit Wärmflasche, und Schmerzmitteln versuchte ich mich irgendwie zu beruhigen, doch ich krümmte mich nur vor Schmerz und Übelkeit. Als es nach 1h immer noch schlimmer wurde und ich lieber sterben wollte, als das auszuhalten, rief mein Freund den Notarzt, der hilflos neben mir Händchen haltend saß. Bis die Rettung kam, hatte ich bereits 3 Schmerztabletten à 600mg intus und krümmte mich immer noch vor Schmerz. Sie stellten nichts fest und meinten, es gäbe die Möglichkeit mich mitzunehmen aber da würden sie wahrscheinlich auch nur Schmerztabletten bekommen. Also entschied ich mich zu Hause weiterhin voll zu dröhnen und das mit Corona voll gestopfte Krankenhaus zu meiden…

Ab diesem Zeitpunkt war mir klar, hier stimmt etwas gewaltig nicht!!!

Also machte ich mir einen Frauenarzt Termin aus, um meinen Schmerzen auf den Grund zu gehen. Nach 2 verschiedenen Ärzten bekam ich immer wieder die Antwort: Ihre Schmerzen sind normal! Bekommen Sie ein Kind, dann geht das vorbei. Oder nehmen Sie die Pille! Da ich keine hormonelle Behandlung mehr wollte, ging ich wieder frustriert nach Hause und nahm die Sache selbst in die Hand. Ich fing an zu recherchieren und bin auf ein YouTube Video von @annawilken @aufklo gestoßen. https://youtu.be/ITGIra24Vyc

Mit jeder Minute mehr schossen mir Tränen in die Augen, alles zog sich in mir zusammen und ich wusste. Okay, das ist es! Das ist meine Diagnose! Es passt jedes einzelne Symptom, es kann nur das sein. Also recherchierte ich nach Endometriose Ärzten in Wien und machte ebenfalls einen Termin bei einem neuen Frauenarzt aus. Da eine Quartalsregelung in Wien  gilt, wurde ich bei dem einen Arzt, nachdem ich in die Türe reinmarschierte wieder weg geschickt, weil ich in dem Quartal schon einmal beim Gynäkologen in Behandlung war. Also musste ich wieder 1 Monat warten, bis ein neues Quartal eintrat. Neuer Arzt, neuer Versuch, dachte ich. Denn bei dem auf Endometriose spezialisierten Arzt war erst in 3 Monaten ein Termin frei und würde meine Erstbehandlung 230€ kosten. Also setze ich alles auf diesen Arzt. Bei der vaginalen Ultraschalluntersuchung wurde nur wieder die umgeklappte Gebärmutter festgestellt und erklärt, dass deshalb diese Schmerzen da sind. Auf das Thema Endometriose reagierte er nur: „Nein, das sehe ich bei ihnen nicht, das haben auch nicht so viele Frauen, bei ihnen reicht eine Pille.“ Ab diesem Zeitpunkt wusste ich, dass ich hier falsch bin. Denn dieser Arzt hat keine Ahnung wovon ich spreche und akzeptiert auch meinen Wunsch nicht keine hormonelle Verhütung einzunehmen. Nichts wie raus hier!

Da ich es psychisch nicht aushielt, nochmal 3 Monate zu warten bis ich zu einem Spezialisten komme, recherchierte ich nochmals nach Ärzten und suchte ebenfalls nach privat Ärzten, denn mittlerweile war es mir egal wie viel es kostet, ich will endlich eine Diagnose haben! Ich rief bei der Krankenkasse an, lies mir das Quartal wieder frei schalten und hatte nach 2 Wochen einen Termin bei einer privaten Gynäkologin spezialisiert auf Endometriose.

Fortsetzung folgt: Die Diagnose.

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