Die Behandlung
Nun stand ich also da, mit meiner Diagnose und spürte als aller erstes Erleichterung!
Ich rief ganz euphorisch noch vor der Türe der Ärztin, meine Mutter mit Tränen in den Augen an und erzählte ihr, dass ich mir das all die Jahre, und vor allem die letzten 10 Monate nicht eigebildet habe und ENDLICH eine Diagnose erhalten habe.
Adenomyose, die zu Endometriose gehört und eine von 10 Frauen davon betroffen ist.
BOOM!
Doch so ausgesprochen am Telefon, stehend, mitten in einer tobenden Menschenmasse schien alles um mich herum wie in eine, Zeitraffer.
Meine Ärztin war mitten im 1. Bezirk auf der Kärtnerstraße , die Shoppingmall Wiens und ich stand mit Tränen überlaufen mittendrin. Alle um mich herum redeten verschiedene Sprachen, rempelten sich gegeneinander mit ihren Shopping- Bags von Louis Vuitton, Prada und Dior...
Die Stimme meiner Mutter reiste mich wieder aus dem Zeitraffer. "Aber wie geht es denn jetzt weiter?"
Hormonelle Therapie
Leider ist genau das eingetroffen, wogegen ich mich wehren wollte. Die Ärztin verschrieb mir eine Hormonelle Therapie. Ab sofort sollte ich die kleinen Pillen mit 2mg Diegonest jeden Tag einnehmen und dann würden wir weiter sehen wie sich meine Schmerzen entwickeln.
Derzeit würde sie mir keine andere Therapie empfehlen, denn meine Gebärmutter sollte sich wie sie so schön sagte, erst einmal erholen und somit wird die Periode ausbleiben und ich solle sie durchgehend bis zu meinem nächsten Besuch nehmen.
Hier war sie also, mein neuer Tagesbegleiter, an den ich jeden morgen denken musste...
Nachdem ich einen Monat durchblutete und meine Stimmung dementsprechend betrübt war, machte ich einen neuen Termin bei der Ärztin aus, um eine eventuelle andere Therapie zu erhalten. Denn ich weiß, die Therapieformen bei Endometriose sind ganz individuell und muss an jede Person angepasst werden. Ich dachte mir halt okay, dann wird das wohl nicht die richtige sein. Doch die Ärztin verneinte und war davon überzeugt, dass sich mein Körper erst einmal an die Therapie "gewöhnen" muss und seine Zeit braucht.
Mein Körper brauchte also 4 Monate in denen er an insgesamt 22 Tagen nicht blutete. Heißt also, ich hatte teilweise am Stück 24 Tage Blutungen, die ich nicht kontrollieren konnte und natürlich mit Schmerzen einhergingen. Zwar nicht mehr so stark, wie ich sie vor der Pille kannte, aber es reichte um mich mit meiner Wärmflasche und Schmerztabletten im Bett zu verkriechen. Wie ein Wunder und passen zum Sommer hin, hatte sich meine Gebärmutter und mein Körper daran gewöhnt und die hormonelle Therapie akzeptiert. ENDLICH.
Ernährung
Ein ganz großes Thema! Ich konnte mich daran Erinnern, dass ich mal eine KETO Diät für ein paar Monate durchzog und meine Periodenschmerzen in der Zeit milder wurden. Natürlich hab ich mich auch zu dem Thema Ernährungsumstellung eingelesen und mir wurde schon schlecht nur vom lesen. Hier kommt eine Menge Arbeit auf mich zu, dachte ich! Und so war es auch, ich entschied mich dazu, meine Ernährung glutenfrei und Pescetarisch fortzusetzen. Alle die mich kennen, wissen wie sehr ich Pasta liebe und vor allem neue Restaurants zu testen eines meiner Lieblingshobbys ist. Bis zu jenem Tag. Denn finde erst einmal ein Restaurant, welches glutenfreie Speisen anbieten und überhaupt erst einmal in der Speisekarte kennzeichnet. So verging mir also die große Lust am Testen und überhaupt am Essen. Denn wo man nur hinsieht, auf den Packungen der Lebensmittel steht auch überall nur Weizen, Weizen, Weizen.
So kam es dazu, dass ich in 2 Monaten 14kg abgenommen habe und erst wieder lernen musste wie und was ich am besten esse.
Osteopathie
Darüber hatte ich schon viel gelesen, und wollte ich unbedingt ausprobieren. Denn trotz meiner Hormonellen Behandlung blieben die Schmerzen nicht aus. Meine Faszien verklebten sich regelmäßig, mein Nacken war so angespannt, dass er Migräne mit Aura auslöste und von meinen Unterleibsschmerzen wollen wir gar nicht erst anfangen. Doch ohne Überweisung bekommst du sowieso keinen Termin und wird auch nicht von der Krankenkasse übernommen. Deshalb "leiste" ich mir die Therapie meistens einmal im Monat und wenn es ganz schlimm geht auch zweimal im Monat.
Yoga & Entspannungsübungen
Meine Rettung im Alltag für meinen Körper und Geist. Meistens rolle ich meine Yogamatte zu Hause aus und suche mir auf YouTube Übungen raus, auf die ich gerade Lust habe. Sehr zu empfehlen ist der Kanal von @MadyMorrison. Meine absolute Lieblings Yoga Lehrerin.
Psychotherapie
Wie ihr schon rauslesen konntet, fiel mir das mit der Ernährungsumstellung, der hormonellen Therapie und der allgemeinen Situation chronisch Krank zu sein nicht einfach. Zu der Zeit war ich noch Selbständig mit meiner Musikschule, arbeitete nebenher in einem Restaurant und versuchte alles unter einen Hut zu bekommen. Ebenso mit dem finanziellen, denn Selbständig zu sein und auf einmal mehr monatliche fix Kosten zu haben, wie Medikamente, Osteopathie, und Lebensmittel (ja glutenfreie bzw. gesunde Ernährung ist verdammt teuer!) stemmen zu können, brauchte viel Planung und Umstrukturierung. Dann war das noch mein Partner, der natürlich mit mir litt und sein Bestes versuchte mich in dieser neuen Lebensumstellung zu unterstützen. Doch das war alles andere als leicht, denn meine Lebensenergie hatte ich derzeit verloren. Ob es die Pillen oder alles in allem war, weiß ich bis heute nicht. Aber eines wusste ich, ich muss Leben sortieren und meine Energie wieder finden. Also entschloss ich mich 10 Sitzungen einer Psychotherapeutin anzuvertrauen, die mir meine Lebensenergie wieder aus mir heraus kitzeln konnte...
>Wie genau die Therapien ablaufen findet ihr unter dem Kapitel "Meine Therapien"<
Nun lebe ich schon länger als 2 Jahre mit einer Hormonellen Therapie und einem täglichen Begleiter. Hatte etliche Osteopathie Sitzungen und regelmäßig "schwach" geworden was die Ernährung betrifft, dadurch 16 kg wieder zugenommen, was aber auch an der Pille liegen kann.
Ich hatte eine Darmspiegelung, die ich nicht mehr so schnell machen werde, da ich Allergisch auf das Abführmittel reagierte und an dem Tag dachte, dass ich mit dem Kopf über der Toilette sterben werde.
Ein MRT welches ebenso Bestätigte, dass sich keine Endometriose Herde im Darm und im Uteri befinden.
Woher allerdings der immer wieder auftauchende, stechende Schmerz im rechten Unterleib kommt, wurde noch nicht diagnostiziert. Es könnten Ausstrahlungen der Gebärmutter also der Adenomyose sein, ist aber nicht sicher.
Doch jetzt werde ich mich von meiner Hormonellen Therapie verabschieden, denn wie ich mittlerweile weiß, tut es dem Körper nicht gut so lange in hormoneller Behandlung zu sein, wenn man weitere Pläne hat. Ich werde versuchen meine Schmerzen im Griff zu bekommen, habe mich mit einem TENS Gerät, Periodenunterwäsche und neuen Kochbüchern eingedeckt und wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist, wird die Familienplanung ein neuer Lebensabschnitt.
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